…auf langer Fahrt
Der Kerl ist lernfähig
Auf meinen letzten Fahrten hatte ich entweder zu wenig oder zu viel Klamotten dabei. Stand gelegentlich orientierungslos im Regen, kämpfte im Sturm mit Papierkarten oder hatte andere Malessen. 2026 starte ich besser vorbereitet. Hoffe ich. 😬
Kleidung
Was soll ich sagen? Zwiebelprinzip halt.
Über meine Klamotten habe ich ja schon berichtet, da hat sich nichts geändert.
Bei Regen trage ich die Segeljacke über der IXS-Jacke. Darunter die Keis-Innenjacke über einem Pulli.
Unten rum trage ich die Halvarsons Lederhose über dem Innenleben meiner IXS-Hose. Ganz unten meine Daytona Stiefel.
Je nach Wetterlage trage ich die eine oder die andere Schicht.
Und natürlich habe ich reichlich Ersatzhandschuhe dabei. Aus Wolle. Mit ganzen und mit halben Fingern. Und ein zweites Paar Motorradhandschuhe. Einmal mit blaugefrorenen Pfötchen durchs Riesengebirge reicht.
Auf der letzten Reise hatte ich viel zu viel dabei, gefühlt meinen halben Kleiderschrank. Dieses Mal bin ich sparsamer. Ich habe neun Garnituren Shirt/Unterhose/Socken eingepackt, eine Hose und ein Paar leichter Schuhe. Das ist wahrscheinlich noch immer zu viel.
Navigation
Dem Thema GPS-Navigation nähere ich mich inzwischen mit einer gewissen Paranoia. Zu oft ließ mich meine Elektronik im Regen stehen. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Mein Hauptsystem ist ein Mobiltelefon mit Navigationssoftware. Zur Zeit habe ich ein iPhone 11. Die App meiner Wahl ist Kurviger.
Das Telefon habe ich mit einer SP Connect Halterung am Lenker befestigt. Inzwischen habe ich auch das induktive Ladegerät von SP Connect. Die leidigen “Wasser im Lightning Port” Probleme sind jetzt Geschichte. Seid zwei Jahren nutze ich das induktive Laden bei Wind und Wetter. Die Sachen von SP Connect sind teuer aber gut.
Mein Backup-System besteht aus einem iPad Mini und einem Beeline Moto.
Das iPad, es ist auch in eine SP Connect Hülle gekleidet, verstaue ich im Tankrucksack unter der Kniedecke. Es wird während der Fahrt über USB geladen.
Das Beeline Moto wird vom iPad gesteuert, ich habe es rechts auf der Gabelbrücke montiert. Dafür habe ich das Ladegerät dort festgeklebt. Es hängt an einem USB-Port und lädt das Moto während der Fahrt. Meist benutze ich es im Kompassmodus. Der Pfeil zeigt dabei zum Ziel der Fahrt. Sollte sich Kurviger die Karten legen, das passiert bei Streckensperrungen immer wieder mal, dann kenne ich zumindest die grobe Richtung zum Tagesziel.
Auf dem iPad benutze ich für die Kartenanzeige Guru Maps Pro. Ich exportiere die von Kurviger geplante Strecke als Track und hinterlege sie in Guru Maps. Zu Beginn der Fahrt starte ich den Tracking-Modus. So bin ich über den Fortschritt der Fahrt orientiert. Guru Maps hat die Funktion “Kartenkurs”. Damit kann ich mir eine Peillinie zu meinem Ziel anzeigen lassen. Funktioniert so ähnlich wie der Kompassmodus des Beeline Moto.
Die papierenen Karten habe ich aufgegeben. Bei Sturm und Regen sind sie so gut wie nutzlos. Bei gutem Wetter brauche ich sie nicht. Ich verlasse mich lieber auf resiliente und redundante Elektronik. Sowohl das iPhone als auch das iPad sind in wetterfeste SP Connect Hüllen verpackt und arbeiten unabhängig von einander.
Das Kartenmaterial habe ich in Guru Maps auf dem iPad. Vor Beginn der Fahrt lade ich Offline-Karten der für mich interessanten Gebiete.
Den Bootskompass habe ich nach wie vor installiert. War noch nicht nötig, aber im Fall der Fälle gibt er zumindest grobe Orientierung. Eigentlich ist er nur noch ein dekoratives Element.
Gepäck
Ich führe einen Tankrucksack, zwei Gepäckrollen und eine Satteltasche mit.
Tankrucksack
In dem Tankrucksack transportiere ich die Dinge, die ich während der Fahrt brauche. Das sind Handschuhe, Halstücher, Sturmhauben, Brille, Ersatzbrille und eine Taschenlampe.
Heckrolle
In der Gepäckrolle auf dem Heck habe ich meine Kleidung, die Medikamente, Ladekabel und das Waschzeug.
Die Wuhling organisiere ich mit Pack-it Cubes von Eagle Creek. Die Dinger sind auch schon gute zwanzig Jahre alt, man sieht es ihnen an.
In einem Pack-It Cube bringe ich drei Garnituren Wäsche unter. Ich rolle jeweils ein Shirt, eine Unterhose und ein Paar Socken zusammen. Drei dieser Rollen passen in einen Cube. Drei Cubes habe ich dabei.
Ein Paar leichter Schuhe und eine zivile Hose liegen lose in der Tasche.
Ich habe darauf geachtet, die Tasche nicht brechend voll zu stopfen, so dass ich bei Bedarf noch eine Staureserve habe.
Schlafsack
In der Gepackrolle auf dem Reserverad verstaue ich meinen Schlafsack. Es ist ein überlagerter Militärschlafsack von Carnithia. Warm aber voluminös.
Satteltasche
In der Satteltasche sind die Regen- und Schlechtwetterklamotten. Die Tasche wird mit Magneten an das Boot geklebt. So habe ich die Sachen bei Bedarf schnell zur Hand. Ein Griff, ich verschwinde mit der Tasche und ziehe mich hoffentlich im Trockenen um.
Biwak
Benzin wurde bei uns unverschämt teuer. In Osteuropa ist es sehr viel billiger. Auf meiner Reise möchte ich möglichst viel billiges Benzin einkaufen.
Die Idee mit der Tankblase im Boot habe ich aufgegeben, zu teuer und zu unpraktisch. Also muss ich Kanister mitführen. Dafür muss ich mein Biwakboot etwas umbauen.
Tankboot
Einen zehn Liter Kanister habe ich in einer Halterung hinten links am Boot. Darüber hinaus habe ich zwei flache zwanzig Liter Kanister gekauft. Einen transportiere ich in der Bootsnase, den anderen im Kofferraum.
Um die Kanister verstauen zu können musste ich im Kofferraum Platz schaffen und die Liegeflache anheben. Dafür habe ich die grosse Eurobox durch eine höhere ersetzt. In ihr verstaue ich Werkzeug, Küchengerät und Wasser.
Die Liegefläche ist so hoch gekommen, dass ich nicht im sondern fast schon auf dem Boot liege. Kopf nach vorne, Füße nach hinten. An die Liegefläche habe ich am Fussende ein ausklappbares Brett angebracht. Bei geöffnetem Kofferraum verlängert sich so die Liegefläche um gute dreißig Zentimeter.
